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Vienna calling. Auf Klassenfahrt in die Hofburg.

Die beiden 7. Klassen wurden von unserem Bundespräsidenten in die Hofburg eingeladen

Foto: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres

Wien-Feldkirch 

Donnerstag 21.3.2019, 13:17 Mitteleuropäischer Normalzeit. Wir, zwei 7. Klassen des BG Feldkirch machen uns, auf Einladung von niemand geringerem als Bundespräsident Alexander Van der Bellen, auf den Weg in die Bundeshauptstadt. Grund dafür: Leider musste der Staatschef eine Einladung unsererseits zu unserem Maturaball (am 16.11. im Montforthaus) ablehnen, lud uns aber im Gegenzug gerne zum 9. Schülertag in der Hofburg zu sich nach Wien ein. 

Keine Minute der Zugfahrt bleibt ungenützt und so wird bereits auf dem Weg intensiv ein auf unseren Besuch bezogener Arbeitsauftrag bearbeitet. Am Hauptbahnhof in Wien wissen wir bereits perfekt über die Kompetenzen unseres Staatsoberhauptes Bescheid. Erneut machen wir nach der letztjährigen Wienwoche unsere Stammjugendherberge am Naschmarkt unsicher, bevor wir unseren Frust über eine parallel stattfindende Niederlage der Nationalelf in der lokalen Pizzeria loswerden.

 

Tag X

Die Elite hat gut gefrühstückt und schreitet spürbar gespannt und erhobenen Hauptes durch Wien. Auf einem Stadtspaziergang stellen wir uns in morgendlicher Frische mental auf die kommende, ehrwürdige Zeremonie ein. Schließlich vollenden wir unseren Rundgang vor den Toren der Hofburg. Die Spannung steigt mit jeder Diplomatenlimousine, die unseren Weg passiert. Wir passieren unterdessen im Stil einer Kontrolle am Flughafen alle Sicherheitsvorkehrungen und werden sogleich von einer Mitarbeiterin des Präsidentschaftsamtes empfangen. Die höchst informative Führung bringt uns durch die ehemalige Machtzentrale und Wohnräume Maria Theresias. Geschichten aus Habsburger Zeiten werden ebenso erzählt, wie die heutige Anwendung diverser Räumlichkeiten. Über den Spiegelsaal gelangen wir, vorbei an der kaiserlichen Vorstellungsuhr und weiteren Schmuckstücken ins Maria-Theresien-Zimmer, dessen rote Wände uns von Angelobungen und Staatsbesuchen nur allzu bekannt erscheinen. Hier soll der große Moment des Tages stattfinden. Nach und nach füllt sich das frühere Schlafgemach der Kaiserin mit knapp 300 Schülerinnen und Schülern jeden Alters. Kurz werden wir noch über den kommenden Ablauf instruiert, bevor wir Bundespräsident Alexander Van der Bellen höchstpersönlich mit tosendem Applaus begrüßen dürfen.

 

Unser Präsident

Herzlich werden wir nun auch vom Gastgeber und Chef des Hauses selbst begrüßt. Die wohl häufig gestellte Frage nach dem Tagesablauf eines Bundespräsidenten wird sogleich direkt mit einem Blick in den digitalen Kalender des Präsidentenhandys beantwortet. Eine beachtliche Fülle an Terminen, darunter in- und externe Meetings mit durchaus bekannten Persönlichkeiten, wird uns offenbart. Ein Kasernenbesuch, sowie ein Fußballspiel standen diese Woche demnach ebenfalls auf der Agenda. 

 

Mich wird man jetzt nicht mehr so leicht los

oder

Mit manchem Staatsoberhaupt hätte ich nicht im Sandkasten gespielt“.

 

Dann sind wir an der Reihe und aufgefordert, Fragen aller Art zu stellen. Der Weg zum Amt wird thematisiert und Van der Bellen geht gerne auf seine Überlegungen vor der Wahl ein. Der Berufswunsch „Bundespräsident“ von klein auf erachtet er nüchtern für Blödsinn. Nun werde man ihn, als verfassungsrechtlich einzige direkt gewählte Person, nicht mehr leicht los, meint er mit einem Schmunzeln. Auf tagespolitische Themen, wie die Umweltproteste „fridays for future“ oder die Einführung der Sicherungshaft, wird er ebenfalls angesprochen und steht uns nach bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort. Außerdem erzählt er uns von seinen persönlichen Beziehungen zu anderen politischen Vertretern. Mit vielen seiner Gegenüber könne er auf Anhieb, mit so manchem Präsidenten hätte er hingegen als Kind nicht im Sandkasten gespielt. Anschließend wird für ein gemeinschaftliches Foto posiert.

Klassenweise werden wir einen Raum weiter mit einem weiteren Foto verabschiedet, wobei Twitter-Sternchen die Möglichkeit bekommen, sich ihren persönlichen Präsidenten-Tweet signieren zu lassen. Maxl Werner bekommt sichtlich erfreut nun auch seine persönliche Gratulation zur Wiederholungsprüfung. Die Hofburg verlassen wir schließlich nicht mit leerem Magen und einer finalen Jause.

 

Im Hause Kneissl

Im Anhang an die Audienz beim Bundespräsidenten schließen wir wenige Meter weiter mit einem Besuch im Außenministerium an. Wie wir in der Präsidentschaftskanzlei verabschiedet wurden, so werden wir im Außenamt begrüßt und zu Beginn für ein Foto zurechtgerückt. Es folgt ein kurzer Überblick über die auswertigen Ämter der Republik und zuletzt als Rauswerfer ein überaus ausführlicher Vortrag zum Thema Integration. Auch hier werden wir nicht ungesättigt verabschiedet.

Um all diese Erfahrungen reicher treten wir zu guter Letzt wieder den Rückweg zum Hostel an und werden mit unserem Gepäck und neuen Eindrücken an den Pforten der Jugendherberge entlassen. Unser Dank gilt den Klassenvorständinnen, Maximilians Twitter-Aktivitäten und nicht zuletzt dem Bundespräsidenten, die uns diese Exkursion nach Wien ermöglicht haben.